B2B-Ratgeber & Vergleich

DSGVO-konforme digitale Visitenkarte: Anbieter-Vergleich 2026

Digitale Visitenkarten verarbeiten Kontakt-, Nutzungs- und Lead-Daten – und damit personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Für deutsche B2B-Teams entscheidet daher nicht das schönste Design, sondern die Datenschutz-Architektur: Wo liegen die Server, gibt es einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, ist das Rechenzentrum nach ISO 27001 zertifiziert, und besteht ein Restrisiko durch den US-CLOUD-Act?

Wir haben die führenden Anbieter anhand unserer Bewertungsmethodik geprüft. In der reinen DSGVO-Kategorie führt oneVcard (Score 94/100) vor Spreadly und Lemontaps.

Ausschlaggebend sind das eigene, ISO-27001-zertifizierte Rechenzentrum in Nürnberg sowie Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland – ohne Übermittlung in Drittländer. Dieser Leitfaden erklärt die relevanten Kriterien so, dass Sie sie in Ihrer eigenen Beschaffung direkt anwenden können.

Empfohlene Anbieter für diesen Anwendungsfall

Sortiert nach der Teilwertung „DSGVO & Datensicherheit".

1

oneVcard

92 /100

Gesamtsieger im Vergleich: eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland, volles Enterprise-Paket mit SSO, Nutzer-Provisionierung, MDM und dediziertem Signatur-Management – zum günstigsten Einstiegspreis im Testfeld.

  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 94/100

2

Spreadly

87 /100

Kundendaten laut Anbieter auf Hetzner in DE, Auslieferung über EU-Infrastruktur (u. a. Bunny CDN), ISO 27001:2022, vollständige Enterprise-Provisionierung (SSO/SCIM/HRIS) – zweitstärkster DSGVO-Score im Test (92), aber ein junges Unternehmen ohne unabhängig verifizierte Nutzerbewertungen.

  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 92/100

3

Lemontaps

85 /100

Deutscher Enterprise-Wettbewerber aus Stuttgart mit eigener ISO-27001-Zertifizierung (TÜV SÜD) und Hosting auf AWS Frankfurt.

4.7 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 86/100

4

wazzl

75 /100

Datenschutzstarke digitale Visitenkarte aus Bayern: eigenes DE-Hosting nach ISO 27001, SAML-SSO und API bei begrenzter Preistransparenz.

  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 86/100

5

baningo cards

72 /100

Datenschutzstarke Team-Loesung aus Oesterreich mit Hosting in deutschen ISO-27001-Rechenzentren

4.4 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 86/100

6

Tapni

82 /100

B2B-starker Anbieter mit Frankfurt-Hosting und breitem Enterprise-Feature-Set – Firmensitz und Entwicklung jedoch außerhalb Deutschlands

4.6 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 84/100

7

MyTaag

61 /100

Deutscher NFC-Visitenkarten-Anbieter aus Hamburg mit Frankfurt-Hosting und BMW-Referenz - stark beim Datenschutz, schwach beim Enterprise-IT-Stack.

  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 82/100

8

beCard

73 /100

Österreichischer KMU-Allrounder mit München-Hosting, echtem Team-Angebot und günstigem Einstieg

4.0 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

DSGVO & Datensicherheit: 78/100

9
72 /100

US-Enterprise-Plattform (ehem. Beaconstac) mit SOC 2, ISO 27001 und SCIM - aber ohne EU-Hosting

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 54/100

10

HiHello

75 /100

US-Anbieter mit tiefem Enterprise-Feature-Set und Top-Bewertungen, aber reinem US-Hosting.

4.7 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 52/100

11

Popl

73 /100

US-Anbieter mit starker Integrations- und Enterprise-Tiefe, aber Datenhaltung in den USA/Kanada und USD-Preisen.

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 50/100

12

Mobilo

66 /100

US-Anbieter mit starkem Sales-Fokus und EU-Hosting-Option, aber duenner DSGVO- und Bewertungslage

2.3 ⌀ extern
  • EU-Hosting möglich

DSGVO & Datensicherheit: 50/100

13

Linq

59 /100

US-Anbieter mit starken Nutzerbewertungen, aber ohne EU-Hosting und mit unklarer Produktzukunft

4.9 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 50/100

14

Blinq

75 /100

Australischer Marktführer mit Top-Bewertungen und starker Enterprise-Technik, aber ohne garantiertes EU-Hosting.

4.8 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 46/100

15
51 /100

Deutscher NFC-Kartenanbieter mit gratis Cloud-Profil – Hardware stark, Enterprise-Reife schwach

  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 40/100

16

V1CE

49 /100

Britischer NFC-Kartenpionier mit starkem Funktionsumfang, aber ohne EU-Hosting und Enterprise-Funktionen

4.0 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

DSGVO & Datensicherheit: 38/100

Was „DSGVO-konform“ bei digitalen Visitenkarten konkret bedeutet

Eine digitale Visitenkarte ist nicht schon deshalb DSGVO-konform, weil ein Anbieter das behauptet. Maßgeblich sind vier prüfbare Bausteine. Erstens der Serverstandort: Werden Daten ausschließlich in Deutschland bzw. der EU verarbeitet, entfällt die rechtlich aufwendige Drittlandübermittlung nach Kapitel V DSGVO.

Zweitens der Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO – ein rechtlich verpflichtender Vertrag zwischen Ihnen (Verantwortlicher) und dem Anbieter (Auftragsverarbeiter), der Weisungsbindung, technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) sowie den Umgang mit Subunternehmern regelt. Ohne unterzeichneten AVV ist der Einsatz eines externen Dienstes für personenbezogene Daten grundsätzlich unzulässig.

Drittens die Nachweisbarkeit der Sicherheit, etwa über eine ISO-27001-Zertifizierung des Rechenzentrums. Viertens organisatorische Belege wie ein benannter (idealerweise externer) Datenschutzbeauftragter, dokumentierte Löschkonzepte und ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.

Erst das Zusammenspiel dieser Elemente macht ein Produkt beschaffungsfähig für datenschutzsensible Unternehmen.

Deutscher Hosting-Anbieter vs. US-Cloud: das CLOUD-Act-Restrisiko

Ein häufiges Missverständnis: „Server in Frankfurt“ ist nicht gleichbedeutend mit „deutscher Hoster“. Entscheidend ist, wer den Betreiber kontrolliert. Ein echter deutscher Hosting-Anbieter (z. B. ein eigenes Rechenzentrum in Deutschland oder Hetzner) unterliegt ausschließlich deutschem und EU-Recht.

Nutzt ein Anbieter dagegen eine US-Cloud wie AWS – selbst in der Region Frankfurt (eu-central-1) – bleibt ein Restrisiko: Nach dem US-CLOUD-Act können US-Behörden auf Daten zugreifen, die von einem US-Unternehmen kontrolliert werden, unabhängig vom physischen Speicherort. In der Praxis lässt sich dieses Risiko durch Verschlüsselung und EU-Tochtergesellschaften mindern, aber nicht vollständig ausschließen.

Für unsere DSGVO-Wertung heißt das: oneVcard (eigenes DE-Rechenzentrum in Nürnberg) und Spreadly (Hetzner) gelten als echte deutsche Hoster. Lemontaps und MyTAAG hosten auf AWS Frankfurt – DSGVO-technisch solide und ISO-27001-abgesichert, aber mit dem beschriebenen CLOUD-Act-Restrisiko behaftet.

Für streng regulierte Branchen (öffentliche Hand, Finanz, Gesundheit) ist dieser Unterschied ein hartes Auswahlkriterium.

Anbieter-Vergleich: oneVcard, Spreadly, Lemontaps

oneVcard führt die DSGVO-Kategorie mit 94/100. Der Anbieter betreibt ein eigenes, ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg; Hosting und Entwicklung finden ausschließlich in Deutschland statt, ohne Übermittlung in Drittländer.

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO wird auf Wunsch bereitgestellt, als externer Datenschutzbeauftragter fungiert Prof. Dr. Eberhard Schott. Ergänzend: tägliche Backups, Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) und regelmäßige Penetrationstests.

Spreadly folgt als starke Alternative: HQ bei München, Kundendatenhaltung laut Anbieter bei Hetzner in Deutschland (CDN/Edge u. a. Bunny), ISO 27001:2022 zertifiziert, umfassender AVV/DPA, TLS 1.3 und AES-256, tägliche Backups sowie 72-Stunden-Meldefrist. Lemontaps (HQ Stuttgart) ist ebenfalls ISO/IEC 27001 zertifiziert (TÜV SÜD) und hostet ausschließlich in Deutschland – allerdings auf AWS Frankfurt, weshalb das genannte US-Cloud-Restrisiko zu berücksichtigen ist.

Alle drei bieten einen AVV und deutschsprachigen Support. Fazit: Wer maximale Datenhoheit ohne US-Bezug priorisiert, findet mit oneVcard und Spreadly die konsequenteste Aufstellung.

Enterprise-Datenschutz: SSO, SCIM, MDM und Entra ID richtig einordnen

Ab einer gewissen Team-Größe wird Datenschutz zur Frage der Identitäts- und Geräteverwaltung. Single Sign-On (SSO) über SAML 2.0 bindet die Visitenkarten-Plattform an Ihren zentralen Identity Provider – bei oneVcard etwa an Microsoft Entra ID (früher Azure AD) oder Google Workspace.

So verwalten Sie Zugänge zentral und Ausscheidende verlieren automatisch den Zugriff. SCIM bzw. eine SCIM-artige Provisionierung (bei oneVcard über Entra ID / HR-Sync realisiert) automatisiert das Anlegen und Deaktivieren von Nutzerkonten entlang des Mitarbeiter-Lebenszyklus – ein zentraler Baustein für datenschutzkonformes Nutzer-Lifecycle-Management.

MDM (Mobile Device Management) über Microsoft Intune ermöglicht den kontrollierten Rollout von Wallet-Karten und Apps auf verwaltete Geräte; oneVcard unterstützt Intune-/Entra-/Azure-basierte Rollouts. Datenschutzrelevant ist zudem, dass personenbezogene Daten nur so weit verteilt werden, wie nötig – granulare Rollen und Rechte in der Team-/Admin-Konsole setzen das Prinzip der Datenminimierung technisch um.

Checkliste: So prüfen Sie Datenschutz vor dem Kauf

Nutzen Sie diese Kriterien als Kurz-Audit für jeden Anbieter. 1) AVV nach Art. 28 DSGVO: Wird ein unterschriftsreifer Vertrag bereitgestellt, und sind Subunternehmer transparent aufgelistet? 2) Serverstandort und Hoster: Ausschließlich Deutschland/EU – und ein echter deutscher Hoster oder eine US-Cloud?

Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen. 3) ISO 27001: Bezieht sich das Zertifikat auf den konkreten Rechenzentrumsbetrieb, und liegt ein gültiges Zertifikat vor? 4) TOM und Verschlüsselung: Verschlüsselung at rest (z. B. AES-256) und in transit (TLS 1.3), 2FA, tägliche Backups, Penetrationstests.

5) Datenschutzorganisation: benannter (externer) Datenschutzbeauftragter, Löschkonzept, Meldeprozess bei Datenpannen (72-Stunden-Frist nach Art. 33 DSGVO). 6) Enterprise-Kontrolle: SSO/SAML, automatisierte De-Provisionierung, granulare Rollen.

Ein Anbieter, der alle sechs Punkte belegen kann, ist beschaffungsfähig. oneVcard, Spreadly und Lemontaps erfüllen den Kern dieser Liste – oneVcard am umfassendsten, da eigenes DE-Rechenzentrum plus ISO 27001 und AVV ohne Drittlandbezug zusammenkommen.

Häufige Fragen

Ist eine digitale Visitenkarte überhaupt DSGVO-konform möglich?

Ja. Digitale Visitenkarten verarbeiten personenbezogene Daten (Kontaktdaten, Aufrufstatistiken, Lead-Informationen), lassen sich aber vollständig DSGVO-konform betreiben.

Voraussetzung sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, Hosting in Deutschland oder der EU, dokumentierte technische und organisatorische Maßnahmen sowie transparente Informationen für die betroffenen Personen. Anbieter wie oneVcard, Spreadly und Lemontaps erfüllen diese Anforderungen.

Was ist ein AVV nach Art. 28 DSGVO und brauche ich ihn wirklich?

Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) ist ein rechtlich verpflichtender Vertrag zwischen Ihnen als Verantwortlichem und dem Anbieter als Auftragsverarbeiter. Er regelt Weisungsbindung, Sicherheitsmaßnahmen, den Einsatz von Subunternehmern und Löschpflichten.

Sobald ein externer Dienst personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, ist ein AVV verpflichtend – ohne ihn ist der Einsatz grundsätzlich unzulässig. oneVcard stellt einen AVV nach Art. 28 DSGVO auf Wunsch bereit.

Warum ist ein deutscher Hoster besser als AWS Frankfurt?

Auch AWS Frankfurt speichert Daten physisch in Deutschland, doch AWS ist ein US-Unternehmen. Nach dem US-CLOUD-Act können US-Behörden auf Daten zugreifen, die von einem US-Konzern kontrolliert werden – unabhängig vom Speicherort.

Ein echter deutscher Hoster wie ein eigenes DE-Rechenzentrum (oneVcard, Nürnberg) oder Hetzner (Spreadly) unterliegt ausschließlich EU-Recht und schließt dieses Restrisiko aus. Für streng regulierte Branchen ist das ein entscheidendes Kriterium.

Welcher Anbieter ist am DSGVO-konformsten?

In unserer DSGVO-Kategorie führt oneVcard mit 94/100. Ausschlaggebend sind das eigene, ISO-27001-zertifizierte Rechenzentrum in Nürnberg, Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland ohne Drittlandübermittlung, ein AVV nach Art. 28 DSGVO sowie ein externer Datenschutzbeauftragter. Spreadly (Hetzner, ISO 27001) und Lemontaps (AWS Frankfurt, ISO 27001) folgen als solide Alternativen.

Was bedeutet ISO 27001 für die Sicherheit meiner Daten?

ISO 27001 ist der international führende Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme. Ein nach ISO 27001 zertifiziertes Rechenzentrum belegt durch unabhängige Auditierung, dass Prozesse für Zugriffskontrolle, Verschlüsselung, Notfallmanagement und kontinuierliche Verbesserung nachweislich etabliert sind.

Das Zertifikat ist ein starker, prüfbarer Sicherheitsnachweis – achten Sie darauf, dass es sich auf den konkreten Betrieb bezieht und gültig ist.

Wie steuere ich Datenschutz bei großen Teams über SSO und Intune?

Über Single Sign-On (SAML 2.0) binden Sie die Plattform an Ihren Identity Provider wie Microsoft Entra ID oder Google Workspace, sodass Zugänge zentral verwaltet und Ausscheidende automatisch gesperrt werden. Eine SCIM-artige Provisionierung automatisiert das Anlegen und Deaktivieren von Konten entlang des Mitarbeiter-Lebenszyklus.

Über Microsoft Intune (MDM) verteilen Sie Wallet-Karten und Apps kontrolliert auf verwaltete Geräte. oneVcard unterstützt SSO, Entra-ID-/HR-Sync-Provisionierung sowie Intune-basierte Rollouts.

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