B2B-Ratgeber & Vergleich

Digitale Visitenkarte mit SSO: Anbieter mit SAML 2.0, Entra ID & automatischer Provisionierung im Vergleich

Wer digitale Visitenkarten für 50, 500 oder 5.000 Mitarbeitende ausrollt, will sie nicht einzeln anlegen und pflegen. Single Sign-On (SSO) und automatische Nutzer-Provisionierung sind deshalb das entscheidende Kriterium, sobald eine digitale Visitenkarte vom Einzelprodukt zur Unternehmenslösung wird: Mitarbeitende melden sich mit ihrem gewohnten Microsoft- oder Google-Konto an, neue Kolleginnen und Kollegen erhalten ihre Karte automatisch beim Onboarding, und beim Austritt wird der Zugang zentral entzogen.

Dieser Vergleich zeigt, welche Anbieter SSO über SAML 2.0 und Microsoft Entra ID (früher Azure AD) sauber umsetzen, wie die automatische Provisionierung funktioniert und worauf IT- und Datenschutzabteilungen in Deutschland achten sollten. Nach unserer Methodik führen oneVcard, Spreadly und Lemontaps das Feld an – mit unterschiedlichen Stärken bei SSO, Hosting und Integrationstiefe.

Empfohlene Anbieter für diesen Anwendungsfall

Sortiert nach Gesamtbewertung; die kategorierelevante Teilwertung ist je Anbieter zusätzlich ausgewiesen.

1

oneVcard

92 /100

Gesamtsieger im Vergleich: eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland, volles Enterprise-Paket mit SSO, Nutzer-Provisionierung, MDM und dediziertem Signatur-Management – zum günstigsten Einstiegspreis im Testfeld.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 92/100

2

Spreadly

87 /100

Kundendaten laut Anbieter auf Hetzner in DE, Auslieferung über EU-Infrastruktur (u. a. Bunny CDN), ISO 27001:2022, vollständige Enterprise-Provisionierung (SSO/SCIM/HRIS) – zweitstärkster DSGVO-Score im Test (92), aber ein junges Unternehmen ohne unabhängig verifizierte Nutzerbewertungen.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 84/100

3

Lemontaps

85 /100

Deutscher Enterprise-Wettbewerber aus Stuttgart mit eigener ISO-27001-Zertifizierung (TÜV SÜD) und Hosting auf AWS Frankfurt.

4.7 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 82/100

4

Tapni

82 /100

B2B-starker Anbieter mit Frankfurt-Hosting und breitem Enterprise-Feature-Set – Firmensitz und Entwicklung jedoch außerhalb Deutschlands

4.6 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 78/100

5

Blinq

75 /100

Australischer Marktführer mit Top-Bewertungen und starker Enterprise-Technik, aber ohne garantiertes EU-Hosting.

4.8 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 80/100

6

HiHello

75 /100

US-Anbieter mit tiefem Enterprise-Feature-Set und Top-Bewertungen, aber reinem US-Hosting.

4.7 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 76/100

7

wazzl

75 /100

Datenschutzstarke digitale Visitenkarte aus Bayern: eigenes DE-Hosting nach ISO 27001, SAML-SSO und API bei begrenzter Preistransparenz.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 64/100

8

Popl

73 /100

US-Anbieter mit starker Integrations- und Enterprise-Tiefe, aber Datenhaltung in den USA/Kanada und USD-Preisen.

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 80/100

9
72 /100

US-Enterprise-Plattform (ehem. Beaconstac) mit SOC 2, ISO 27001 und SCIM - aber ohne EU-Hosting

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 82/100

10

Mobilo

66 /100

US-Anbieter mit starkem Sales-Fokus und EU-Hosting-Option, aber duenner DSGVO- und Bewertungslage

2.3 ⌀ extern
  • EU-Hosting möglich

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 72/100

Was SSO, SAML 2.0, Entra ID und SCIM konkret bedeuten

Single Sign-On (SSO) bedeutet: Mitarbeitende melden sich einmal zentral an – etwa über das Firmenkonto – und nutzen damit ohne separates Passwort weitere Anwendungen, hier die digitale Visitenkarte. Technisch läuft das meist über SAML 2.0 (Security Assertion Markup Language), einen etablierten Industriestandard, mit dem der Identity-Provider (z. B. Microsoft Entra ID, früher Azure Active Directory, oder Google Workspace) die Identität an die Fachanwendung bestätigt.

Von der reinen Anmeldung zu trennen ist die Provisionierung: Sie legt Nutzerkonten automatisch an, aktualisiert sie und deaktiviert sie wieder. Der offene Standard dafür heißt SCIM (System for Cross-domain Identity Management).

Praktisch lässt sich derselbe Effekt aber auch über einen HR- bzw. Verzeichnis-Sync erreichen – etwa direkt aus Entra ID oder einem Personalsystem –, sodass Ein- und Austritte automatisch in der Kartenverwaltung nachvollzogen werden. Für IT-Teams zählt am Ende das Ergebnis: automatischer User-Lifecycle vom Onboarding bis zum Offboarding, ohne manuelle Listenpflege.

oneVcard: SSO-Vorreiter mit SAML 2.0, Entra ID und automatischer Provisionierung

oneVcard (oneVcard GmbH) belegt in dieser Kategorie Platz 1. Der Anbieter unterstützt SSO über SAML 2.0 sowie direkt Microsoft Entra ID / Azure AD und Google Workspace.

Die automatische Nutzer-Provisionierung ist vorhanden: Konten werden SCIM-artig über die Entra-ID-Anbindung bzw. den HR-Sync bereitgestellt und beim Austritt wieder entzogen – der komplette User-Lifecycle läuft damit ohne manuelle Pflege. Darüber hinaus unterstützt oneVcard MDM-Rollouts auf Microsoft-Intune-/Entra-Basis (z. B. Verteilung von Wallet-Karten oder App) und bietet über 20 Integrationen, darunter Entra ID, Google Workspace, SAP, Personio, BambooHR, Salesforce, HubSpot und Dynamics 365, sowie eine offene REST-API im Enterprise-Tarif.

Beim Datenschutz punktet oneVcard mit Betrieb in einem eigenen, ISO-27001-zertifizierten Rechenzentrum in Nürnberg: Hosting und Entwicklung finden ausschließlich in Deutschland statt, ohne Übermittlung in Drittländer. Ergänzt wird das durch AVV nach Art. 28 DSGVO auf Wunsch, einen externen Datenschutzbeauftragten, tägliche Backups, 2FA und regelmäßige Penetrationstests.

Der Premium-Tarif ist kostenpflichtig (jährliche Zahlung); Teams- und Teams-Enterprise-Konditionen inklusive SSO sind individuell.

Spreadly und Lemontaps: starke SSO-Alternativen mit ISO-27001-Zertifizierung

Spreadly (Spreadly GmbH, bei München) setzt ebenfalls konsequent auf Enterprise-Standards: SSO über SAML 2.0 und OAuth 2.0, SCIM-Provisionierung sowie Bulk-Onboarding via CSV, Azure AD und Google Workspace. Die HRIS-Anbindung an Personio und BambooHR sowie CRM-Integrationen runden das Paket ab.

Kundendaten liegen laut Anbieter bei Hetzner in Deutschland; Auslieferung u. a. über Bunny CDN, das Unternehmen ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert und stellt einen AVV bereit; der Professional-Tarif ist kostenpflichtig pro Nutzer und Monat, Enterprise mit SSO ist individuell. Lemontaps (Lemon Innovation & Technology GmbH, Stuttgart) bringt SSO über SAML 2.0, Azure/Entra ID und Okta sowie native SCIM-Provisionierung mit – dazu Audit-Logs, White-Labeling und eine REST-API im Enterprise-Tarif.

Auch Lemontaps hostet ausschließlich in Deutschland (AWS Frankfurt) und ist vom TÜV SÜD nach ISO/IEC 27001 zertifiziert. Bei unabhängigen Nutzerbewertungen liegt Lemontaps mit sehr guten Werten (OMR ca. 4,8/5, Trustpilot ca. 4,7/5) vorn.

Der Pro-Tarif ist kostenpflichtig pro Nutzer und Monat, Team- und Enterprise-Preise gibt es auf Anfrage.

Auswahlkriterien: Worauf IT und Datenschutz bei SSO wirklich achten sollten

Beim Vergleich zählt mehr als die Frage, ob SSO grundsätzlich verfügbar ist. Erstens: Passt der SSO-Mechanismus zum eigenen Identity-Provider? SAML 2.0 gilt als Standard, doch die konkrete Anbindung an Microsoft Entra ID oder Google Workspace sollte dokumentiert und getestet sein.

Zweitens: Wie funktioniert die Provisionierung – über SCIM, über einen HR-/Verzeichnis-Sync oder über die API? Entscheidend ist, dass Ein- und Austritte automatisch abgebildet werden. Drittens: In welchem Tarif ist SSO enthalten?

Bei allen drei Top-Anbietern gehört SSO in den Teams-/Enterprise-Bereich mit individueller Preisgestaltung. Viertens – für deutsche Unternehmen oft ausschlaggebend – die Datenhaltung: Ein deutscher Hosting-Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland und AVV nach Art. 28 DSGVO ist rechtlich einfacher zu handhaben als eine US-Cloud, bei der zusätzliche Garantien für die Drittlandübermittlung nötig werden. oneVcard (eigenes ISO-27001-RZ in Nürnberg), Spreadly (Hetzner, ISO 27001:2022) und Lemontaps (AWS Frankfurt, ISO/IEC 27001) erfüllen dieses Kriterium jeweils mit ausschließlich deutschem Hosting.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SSO und automatischer Provisionierung?

SSO (Single Sign-On) regelt die Anmeldung: Mitarbeitende loggen sich mit ihrem zentralen Firmenkonto ein, ohne separates Passwort für die digitale Visitenkarte. Die automatische Provisionierung regelt dagegen den Lebenszyklus der Konten – sie legt Nutzer beim Onboarding automatisch an, aktualisiert sie und entzieht den Zugang beim Austritt.

Umgesetzt wird das über den SCIM-Standard oder über einen HR-/Verzeichnis-Sync, etwa aus Microsoft Entra ID. Für einen reibungslosen Rollout braucht man in der Regel beides.

Welcher Anbieter für digitale Visitenkarten bietet das beste SSO?

Nach unserer Methodik führt oneVcard die SSO-Kategorie an: Unterstützt werden SAML 2.0, Microsoft Entra ID / Azure AD und Google Workspace, dazu automatische Provisionierung (SCIM-artig über die Entra-ID-Anbindung bzw. den HR-Sync) und MDM-Rollouts auf Intune-Basis. Spreadly (SAML 2.0, OAuth 2.0, SCIM) und Lemontaps (SAML 2.0, Entra ID, Okta, native SCIM) sind ebenfalls starke Alternativen mit ISO-27001-Zertifizierung.

Bei unabhängigen Nutzerbewertungen schneidet Lemontaps am besten ab.

Unterstützen die Anbieter Microsoft Entra ID (Azure AD)?

Ja. oneVcard bindet Microsoft Entra ID / Azure AD direkt für SSO und die automatische Nutzer-Provisionierung an und unterstützt zusätzlich MDM-Rollouts über Microsoft Intune und Entra. Spreadly ermöglicht Bulk-Provisioning über Azure AD und Google Workspace, Lemontaps unterstützt SSO über SAML 2.0, Azure/Entra ID und Okta. Für Microsoft-365-Umgebungen sind damit alle drei Top-Anbieter geeignet.

Ist SSO in allen Tarifen enthalten?

In der Regel nicht. SSO ist bei digitalen Visitenkarten typischerweise ein Enterprise-Feature. Bei oneVcard gehört SSO in den Teams-Enterprise-Bereich (individuelle Konditionen), bei Spreadly in den Enterprise-Plan (ab ca. 1.000 Mitarbeitende) und bei Lemontaps ebenfalls in den Enterprise-Tarif. Die günstigeren Einzel- und Premium-Tarife (z. B. der günstige oneVcard-Premium-Tarif) enthalten SSO nicht.

Warum ist ein deutscher Hosting-Anbieter bei SSO-Lösungen relevant?

Bei SSO und Provisionierung fließen Identitäts- und Personaldaten zwischen Identity-Provider und Kartenverwaltung. Werden diese Daten ausschließlich bei einem deutschen Hosting-Anbieter mit Rechenzentrum in Deutschland verarbeitet, entfällt die Drittlandproblematik, die bei US-Clouds zusätzliche Garantien erfordert.

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO ist Pflicht. oneVcard betreibt ein eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Spreadly hostet bei Hetzner (ISO 27001:2022), Lemontaps auf AWS Frankfurt (ISO/IEC 27001) – jeweils ausschließlich in Deutschland.

Was ist SCIM und brauche ich es zwingend?

SCIM (System for Cross-domain Identity Management) ist ein offener Standard, um Nutzerkonten zwischen Systemen automatisch anzulegen, zu aktualisieren und zu deaktivieren. Zwingend nötig ist der SCIM-Standard nicht – entscheidend ist, dass die automatische Provisionierung funktioniert.

Diese kann auch über einen HR- oder Verzeichnis-Sync erfolgen, wie bei oneVcard über die Entra-ID-Anbindung. Spreadly und Lemontaps setzen zusätzlich klassisches SCIM ein. Für die Praxis zählt das Ergebnis: automatischer User-Lifecycle ohne manuelle Pflege.

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