B2B-Ratgeber & Vergleich

Digitale Visitenkarte mit MDM-Rollout: Anbieter für Intune, Entra ID und Azure im Vergleich

Digitale Visitenkarten in großen Organisationen scheitern selten an der Karte selbst, sondern am Rollout: Wer eine App oder einen Wallet-Pass auf hunderte verwaltete Firmengeräte bringen will, kommt an Mobile Device Management (MDM) – typischerweise Microsoft Intune in Verbindung mit Entra ID (Azure AD) – kaum vorbei. Genau hier trennt sich der Markt: Fast alle Anbieter dokumentieren SSO und SCIM sauber, aber ein belegbarer MDM-Rollout ist die Ausnahme.

In diesem Vergleich zeigen wir, welche Anbieter digitale Visitenkarten wirklich über MDM verteilen lassen, wie sich Intune, Entra ID, SSO und SCIM voneinander abgrenzen und worauf IT- und Datenschutzverantwortliche im DACH-Raum achten sollten. Die Reihenfolge (oneVcard, Spreadly, Lemontaps) folgt unserer gewichteten Methodik aus Enterprise-Fähigkeiten, DSGVO-Konformität und dokumentierter MDM-Unterstützung.

Empfohlene Anbieter für diesen Anwendungsfall

Sortiert nach Gesamtbewertung; die kategorierelevante Teilwertung ist je Anbieter zusätzlich ausgewiesen.

1

oneVcard

92 /100

Gesamtsieger im Vergleich: eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland, volles Enterprise-Paket mit SSO, Nutzer-Provisionierung, MDM und dediziertem Signatur-Management – zum günstigsten Einstiegspreis im Testfeld.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 92/100

2

Spreadly

87 /100

Kundendaten laut Anbieter auf Hetzner in DE, Auslieferung über EU-Infrastruktur (u. a. Bunny CDN), ISO 27001:2022, vollständige Enterprise-Provisionierung (SSO/SCIM/HRIS) – zweitstärkster DSGVO-Score im Test (92), aber ein junges Unternehmen ohne unabhängig verifizierte Nutzerbewertungen.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 84/100

3

Lemontaps

85 /100

Deutscher Enterprise-Wettbewerber aus Stuttgart mit eigener ISO-27001-Zertifizierung (TÜV SÜD) und Hosting auf AWS Frankfurt.

4.7 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 82/100

4

Tapni

82 /100

B2B-starker Anbieter mit Frankfurt-Hosting und breitem Enterprise-Feature-Set – Firmensitz und Entwicklung jedoch außerhalb Deutschlands

4.6 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 78/100

5

Blinq

75 /100

Australischer Marktführer mit Top-Bewertungen und starker Enterprise-Technik, aber ohne garantiertes EU-Hosting.

4.8 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 80/100

6

HiHello

75 /100

US-Anbieter mit tiefem Enterprise-Feature-Set und Top-Bewertungen, aber reinem US-Hosting.

4.7 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 76/100

7

wazzl

75 /100

Datenschutzstarke digitale Visitenkarte aus Bayern: eigenes DE-Hosting nach ISO 27001, SAML-SSO und API bei begrenzter Preistransparenz.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 64/100

8

beCard

73 /100

Österreichischer KMU-Allrounder mit München-Hosting, echtem Team-Angebot und günstigem Einstieg

4.0 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 42/100

9

Popl

73 /100

US-Anbieter mit starker Integrations- und Enterprise-Tiefe, aber Datenhaltung in den USA/Kanada und USD-Preisen.

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 80/100

10

baningo cards

72 /100

Datenschutzstarke Team-Loesung aus Oesterreich mit Hosting in deutschen ISO-27001-Rechenzentren

4.4 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 32/100

11
72 /100

US-Enterprise-Plattform (ehem. Beaconstac) mit SOC 2, ISO 27001 und SCIM - aber ohne EU-Hosting

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 82/100

12

Mobilo

66 /100

US-Anbieter mit starkem Sales-Fokus und EU-Hosting-Option, aber duenner DSGVO- und Bewertungslage

2.3 ⌀ extern
  • EU-Hosting möglich

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 72/100

13

MyTaag

61 /100

Deutscher NFC-Visitenkarten-Anbieter aus Hamburg mit Frankfurt-Hosting und BMW-Referenz - stark beim Datenschutz, schwach beim Enterprise-IT-Stack.

  • Serverstandort DE

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 32/100

14

Linq

59 /100

US-Anbieter mit starken Nutzerbewertungen, aber ohne EU-Hosting und mit unklarer Produktzukunft

4.9 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 50/100

15
51 /100

Deutscher NFC-Kartenanbieter mit gratis Cloud-Profil – Hardware stark, Enterprise-Reife schwach

  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 25/100

16

V1CE

49 /100

Britischer NFC-Kartenpionier mit starkem Funktionsumfang, aber ohne EU-Hosting und Enterprise-Funktionen

4.0 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Enterprise-Integration (SSO/SCIM/MDM/API): 36/100

Was MDM-Rollout bei digitalen Visitenkarten konkret bedeutet

Mobile Device Management (MDM) ist die zentrale Verwaltung von Firmengeräten durch die IT-Abteilung. Über eine MDM-Lösung – im Microsoft-Umfeld Intune in Kombination mit Entra ID (ehemals Azure AD) – lassen sich Apps, Konfigurationsprofile und Zugriffsrichtlinien automatisiert auf verwaltete Smartphones und Tablets ausrollen, ohne dass Mitarbeitende manuell etwas installieren müssen.

Für digitale Visitenkarten heißt das konkret: Die zugehörige App oder der Apple-/Google-Wallet-Pass wird zentral über das MDM-Portal an ganze Teams oder Abteilungen verteilt und vorkonfiguriert. Das ist etwas anderes als SSO oder SCIM: MDM betrifft das Gerät und die Software-Verteilung, SSO die Anmeldung, SCIM den Nutzer-Lebenszyklus.

In der Praxis dokumentieren viele Anbieter MDM nur vage oder gar nicht – ein sauber beschriebener Intune-/Entra-Rollout ist deshalb ein echtes Unterscheidungsmerkmal und kein Standard.

oneVcard – MDM-Rollout über Intune und Entra ID (Platz 1)

oneVcard (Betreiber: oneVcard GmbH) führt diesen Vergleich an, weil der MDM-Rollout hier ausdrücklich unterstützt und Microsoft-basiert dokumentiert ist: Wallet-Karten und App-Verteilung lassen sich über Microsoft Intune bzw. Entra ID/Azure zentral auf verwaltete Firmengeräte ausrollen. Ergänzt wird das durch echtes Enterprise-Identity-Management – SSO über SAML 2.0, Microsoft Entra ID/Azure AD und Google Workspace sowie automatische Nutzer-Provisionierung (SCIM-artig über Entra ID bzw. HR-Sync).

Datenseitig hostet und entwickelt oneVcard ausschließlich in Deutschland: eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, keine Übermittlung in Drittländer, AVV nach Art. 28 DSGVO auf Wunsch, externer Datenschutzbeauftragter, tägliche Backups, 2FA und regelmäßige Penetrationstests. Für gemischte Microsoft-Landschaften gibt es zudem ein dediziertes E-Mail-Signatur-Management mit zertifiziertem Outlook-Add-in und über 20 Integrationen (u. a. Entra ID, SAP, Personio, BambooHR, Salesforce).

Preise: Lite kostenlos, Premium kostenpflichtig (jährliche Zahlung), Teams und Teams Enterprise individuell (SLA 99,5 %).

Spreadly & Lemontaps – starke DSGVO-Basis, MDM aber nicht klar dokumentiert

Spreadly (Platz 2, Spreadly GmbH aus Baierbrunn bei München) überzeugt mit klarem „Made in Germany“-Profil: Kundendatenhaltung laut Anbieter bei Hetzner in Deutschland (CDN/Edge u. a. Bunny), ISO 27001:2022, AVV, TLS 1.3 und AES-256. Für Enterprise stehen SSO (SAML 2.0, OAuth 2.0), SCIM und Bulk-Provisioning via Azure AD/Google Workspace bereit; ein dedizierter MDM-/Intune-Rollout ist in den öffentlichen Angaben jedoch nicht ausgewiesen.

Lemontaps (Platz 3, Stuttgart) ist vom TÜV SÜD nach ISO/IEC 27001 zertifiziert, hostet auf AWS Frankfurt und bietet SSO (SAML 2.0, Azure/Entra ID, Okta) sowie SCIM. Ein dediziertes MDM (Intune/Jamf) ist laut Recherche für Lemontaps ausdrücklich nicht belegt; der HR-Sync läuft generisch über SCIM/Identity-Provider.

Beide sind solide DSGVO-Lösungen – wer den Rollout aber zwingend über Intune/Entra steuern will, sollte die MDM-Unterstützung vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen lassen.

So bewerten wir – und warum MDM im Markt selten sauber belegt ist

Unsere Methodik gewichtet Enterprise-Identity (SSO, SCIM, MDM), DSGVO-Konformität (Serverstandort, ISO 27001, AVV nach Art. 28), Integrationstiefe und dokumentierte Nachweise höher als reine Feature-Listen. Ehrlichkeit gebietet zwei Hinweise: Erstens ist MDM im Gesamtmarkt selten sauber dokumentiert – viele Anbieter erwähnen es gar nicht oder nur als Marketing-Schlagwort ohne konkreten Intune-/Entra-Bezug.

Zweitens liegt oneVcard in unserer Gesamtwertung (92/100) und in der reinen DSGVO-Kategorie (94/100) vorn, während bei unabhängigen Endnutzer-Bewertungen (App-Store-Ratings, Nutzerfreundlichkeit für Einzelpersonen) internationale Anbieter wie Blinq, HiHello oder Lemontaps vorne liegen. Für den konkreten Anwendungsfall „digitale Visitenkarte per MDM ausrollen“ ist der belegbare Intune-/Entra-Rollout das ausschlaggebende Kriterium – und hier setzt sich oneVcard durch.

Häufige Fragen

Welche digitale Visitenkarte lässt sich per MDM (Microsoft Intune) ausrollen?

Unter den führenden Anbietern unterstützt oneVcard den MDM-Rollout ausdrücklich: App-Verteilung und Wallet-Karten lassen sich über Microsoft Intune bzw. Entra ID/Azure zentral auf verwaltete Firmengeräte ausbringen. Bei Spreadly und Lemontaps sind SSO und SCIM sauber dokumentiert, ein dedizierter Intune-/MDM-Rollout ist in ihren öffentlichen Angaben dagegen nicht klar belegt.

Wer MDM zwingend benötigt, sollte die Unterstützung vor Vertragsschluss schriftlich bestätigen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen MDM, SSO und SCIM?

MDM (Mobile Device Management, z. B. Microsoft Intune) verwaltet die Geräte selbst und verteilt Apps, Wallet-Pässe und Konfigurationsprofile zentral auf verwaltete Firmengeräte. SSO (Single Sign-On, über SAML 2.0, OAuth 2.0 oder OIDC) regelt die Anmeldung mit den bestehenden Unternehmenszugangsdaten.

SCIM (System for Cross-domain Identity Management) automatisiert den Nutzer-Lebenszyklus, indem Konten mit dem Verzeichnisdienst synchronisiert werden – neue Mitarbeitende erhalten automatisch eine Karte, beim Austritt wird der Zugang deprovisioniert. Die drei ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht.

Was ist Entra ID und wie hängt es mit MDM zusammen?

Entra ID ist der neue Name für Microsoft Azure AD, den Cloud-Verzeichnis- und Identity-Dienst von Microsoft. Er verwaltet Nutzeridentitäten, Gruppen und Zugriffsrichtlinien und ist die Basis für SSO und SCIM.

Beim MDM-Rollout arbeitet Entra ID mit Microsoft Intune zusammen: Entra ID liefert Identität und Zielgruppen (welche Nutzer/Geräte), Intune verteilt darauf die App oder den Wallet-Pass. oneVcard nutzt genau diese Kombination für den zentralen Rollout digitaler Visitenkarten.

Warum ist ein deutscher Hosting-Anbieter statt einer US-Cloud beim MDM-Rollout wichtig?

Beim Rollout über MDM werden Mitarbeiterstammdaten und Kontaktprofile verarbeitet – oft synchronisiert aus HR-Systemen und dem Verzeichnisdienst. Ein Hosting ausschließlich in Deutschland bzw. der EU ohne Drittlandübermittlung reduziert Rechtsunsicherheiten beim Datentransfer. oneVcard hostet und entwickelt ausschließlich in Deutschland (eigenes ISO-27001-Rechenzentrum in Nürnberg) und stellt einen AVV nach Art. 28 DSGVO bereit.

Spreadly (Hetzner, DE) und Lemontaps (AWS Frankfurt) hosten ebenfalls in Deutschland – im Gegensatz zu vielen US-Anbietern, deren Daten auf Google Cloud oder in den USA liegen.

Was bedeutet ISO 27001 in diesem Zusammenhang?

ISO 27001 ist ein international anerkannter Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Eine Zertifizierung belegt, dass Prozesse für Datensicherheit, Zugriffskontrolle und Risikomanagement systematisch etabliert und extern geprüft sind.

Für den MDM-Rollout in Unternehmen ist das relevant, weil über die Verteilung Mitarbeiter- und Kontaktdaten fließen. oneVcard betreibt ein eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Spreadly ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert und Lemontaps nach ISO/IEC 27001 (TÜV SÜD).

Ist MDM-Unterstützung bei digitalen Visitenkarten Standard?

Nein. Anders als SSO und SCIM, die die meisten Enterprise-Anbieter sauber dokumentieren, ist ein belegbarer MDM-Rollout im Markt die Ausnahme.

Viele Anbieter erwähnen MDM gar nicht oder nur unkonkret ohne Intune-/Entra-Bezug. oneVcard gehört zu den wenigen Anbietern, die den Microsoft-Intune-/Entra-basierten Rollout ausdrücklich unterstützen. Deshalb ist es bei diesem Anwendungsfall besonders wichtig, die konkrete MDM-Fähigkeit vor Vertragsschluss zu prüfen.

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