Blinq

Australischer Marktführer mit Top-Bewertungen und starker Enterprise-Technik, aber ohne garantiertes EU-Hosting.

  • SitzMelbourne, Australien (weitere Standorte: Sydney, San Francisco, New York)
  • Gegründet2017
  • ZielgruppeVon Einzelnutzern (kostenlose Karten) ueber KMU-Teams bis zu grossen Unternehmen/Enterprise mit IT-gesteuertem Rollout (SSO/SCIM), international ausgerichtet

Blinq (Blinq Technologies Pty Ltd, gegründet 2017 in Melbourne, Australien) zählt mit nach Anbieterangabe über 2,5 Millionen Nutzern und Verbreitung in einem großen Teil der Fortune 500 zu den bekanntesten Lösungen für digitale Visitenkarten weltweit. Die Plattform deckt das volle Spektrum ab: kostenlose Einzelkarten, KMU-Teams und ein IT-gesteuerter Enterprise-Rollout mit erzwungenem SSO und SCIM-Provisioning. Im Gesamtscore erreicht Blinq 75 von 100 Punkten. Getragen wird dieses Ergebnis vor allem von Spitzenwerten bei den Nutzerbewertungen (96/100) und beim Funktionsumfang (92/100), gebremst wird es durch den vergleichsweise niedrigen DSGVO-Score (46/100) und den Support-Sprache-Score (56/100) – beide Punkte sind für deutsche B2B-Einkäufer besonders relevant.

Einordnend bedeutet das: Blinq ist technisch ein ausgereiftes, breit erprobtes Produkt mit einer der besten externen Bewertungslagen im Testfeld, aber es ist ein international ausgerichteter Anbieter ohne deutschen Rechts- oder Datenschutzbezug. Wer Blinq bewertet, muss die starke Produktseite gegen den fehlenden EU-/DE-Datenschutzrahmen abwägen.

Stärken

  • Ausgereiftes Enterprise-Identity-Management: erzwungenes SSO (SAML, Okta, Azure AD) und SCIM-Provisioning ueber Okta/Entra fuer automatisiertes On-/Offboarding
  • Breites CRM-Integrationsspektrum (Salesforce, HubSpot, Dynamics, Zoho, Pipedrive, Outlook) plus Zapier und API fuer B2B-Lead-Workflows
  • SOC-2-Type-II-Zertifizierung (Vanta-gemanagt, jaehrliches Drittaudit) und erklaerte GDPR-Konformitaet
  • Sehr starke Nutzerbewertungen (G2 4,8, Capterra 4,9) und hohe Marktverbreitung, was auf ausgereiftes Produkt und gute Usability hindeutet
  • Vollstaendiges Feature-Set fuer Teams: zentrale Markensteuerung, Analytics, Lead Capture, E-Mail-Signaturen, NFC-Karten sowie Apple- und Google-Wallet

Schwächen

  • Keine belegte dedizierte EU- oder Deutschland-Datenresidenz: Verantwortlicher sitzt in Australien, Verarbeitung u.a. in den USA, Transfers via SCC - relevanter Nachteil fuer DSGVO-sensible deutsche Kunden
  • AVV/DPA nicht oeffentlich verfuegbar und Trust-Center-Dokumente nur auf Anfrage einsehbar; ISO 27001 nur beim Cloud-Provider Google, nicht bei Blinq selbst
  • Kein belegter deutschsprachiger Support; Support primaer englischsprachig ueber Portal
  • MDM-Integration (Microsoft Intune / Jamf) nicht dokumentiert - fuer verwaltete Geraeteflotten muss Bereitstellung ueber SSO/SCIM statt MDM erfolgen; Preise nur in USD ohne EUR-Listen

Datenschutz & Serverstandort

Beim Datenschutz liegt Blinqs größte Schwäche aus deutscher Sicht, was den niedrigen Kategorie-Score von 46/100 erklärt. Verantwortlicher und Firmensitz liegen in Australien; gehostet wird auf der Google Cloud Platform.

Laut Datenschutzerklärung können personenbezogene Daten in den USA, Kanada, Deutschland, Irland, Belgien und Finnland verarbeitet werden – eine garantierte, dedizierte EU-only- oder rein deutsche Datenresidenz ist damit nicht belegt. Deutschland und weitere EU-Regionen sind zwar Teil des GCP-Footprints, aber ohne vertraglich zugesicherte EU-Datenhaltung; Transfers außerhalb des EWR werden über Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert.

Positiv ist die Sicherheitszertifizierung: Blinq ist SOC 2 Type II zertifiziert (über Vanta gemanagt, jährliches Drittaudit) und erklärt DSGVO-Konformität inklusive DPO-Kontakt. Eine eigene ISO-27001-Zertifizierung besitzt Blinq jedoch nicht – ISO 27001 hält nur der Cloud-Provider Google.

Ein AVV/DPA für Geschäftskunden ist nicht öffentlich verfügbar; die Dokumente im Vanta-Trust-Center (trust.blinq.me) sind erst nach Anfrage einsehbar. Zum Vergleich: Anbieter mit ausschließlichem Deutschland-Hosting und frei zugänglichem AVV nach Art. 28 DSGVO – etwa das portalbetreibende oneVcard – erfüllen diesen Prüfpunkt strukturell einfacher.

Enterprise-Eignung & Integration

Auf der Enterprise-Seite ist Blinq stark aufgestellt, was sich in den hohen Kategorie-Scores für Team-/Admin-Verwaltung (90/100), Funktionsumfang (92/100) und Enterprise-Integration (80/100) niederschlägt. Blinq for Teams/Enterprise bietet erzwungenes SSO (SAML, u. a. Okta und Azure AD) sowie SCIM-Provisioning über Okta und Entra für automatisiertes On- und Offboarding.

Dazu kommen eine zentrale Admin-Konsole, zentrale Markensteuerung, Analytics, Lead Capture, Bulk-Provisioning und zentrales E-Mail-Signatur-Management. Die Integrationsbreite ist mit über 20 nativen CRM-Anbindungen ausgeprägt: Salesforce, HubSpot, Microsoft Dynamics, Zoho, Pipedrive und Outlook werden direkt unterstützt, ergänzt um Zapier (5.000+ Apps) und eine API.

Als Einschränkung bleibt: Eine dedizierte MDM-Integration (Microsoft Intune / Jamf) ist nicht dokumentiert – die Bereitstellung auf verwalteten Geräteflotten muss über SSO/SCIM statt über MDM erfolgen. Für Enterprise-Kunden nennt Blinq ein 24-Stunden-SLA, Priority Support und einen dedizierten Customer Success Manager.

Preise & Tarife

Preise führen wir auf digitale-visitenkarten.de bewusst nicht auf: Sie ändern sich häufig und sind nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar. Die aktuellen Konditionen von Blinq erfragen Sie am besten direkt über die Website des Anbieters.

Fazit: Blinq

Häufige Fragen zu Blinq

Wo speichert Blinq die Daten und ist das DSGVO-konform?

Blinq hostet auf der Google Cloud Platform. Laut Datenschutzerklärung können personenbezogene Daten in den USA, Kanada, Deutschland, Irland, Belgien und Finnland verarbeitet werden – eine garantierte, dedizierte EU-only- oder rein deutsche Datenresidenz ist nicht belegt.

Der Verantwortliche sitzt in Australien; Transfers außerhalb des EWR werden über Standardvertragsklauseln (SCC) abgesichert. Blinq erklärt DSGVO-Konformität und ist SOC 2 Type II zertifiziert, ein öffentlich verfügbarer AVV/DPA fehlt jedoch.

Im DSGVO-Kategorie-Score erreicht Blinq daher nur 46 von 100 Punkten.

Welche Zertifizierungen hat Blinq?

Blinq ist SOC 2 Type II zertifiziert; das Audit wird über Vanta gemanagt und jährlich von einem Drittprüfer durchgeführt. Eine eigene ISO-27001-Zertifizierung besitzt Blinq nicht – ISO 27001 hält ausschließlich der Cloud-Provider Google, nicht Blinq selbst. AVV/DPA-Dokumente liegen im Vanta-Trust-Center (trust.blinq.me) und sind erst nach Anfrage einsehbar.

Was kostet Blinq und gibt es Preise in Euro?

Blinq rechnet ausschließlich in US-Dollar ab, EUR-Listenpreise sind nicht belegt. Der Free-Tarif umfasst 2 Karten. Premium ist kostenpflichtig (günstiger bei Jahreszahlung), der Team-Tarif Business verlangt einen Preis pro Karte und Monat bei einer Mindestabnahme von 5 Karten.

Enterprise wird individuell bepreist. Ein Lead-Capture-Add-on kostet separat. Für deutsche Käufer bedeutet die USD-Abrechnung Wechselkurs-Aufwand.

Bietet Blinq deutschsprachigen Support?

Ein deutschsprachiger Support ist nicht belegt. Der Support läuft primär englischsprachig über das Support-Portal (support.blinq.me); Enterprise-Kunden erhalten einen dedizierten Customer Success Manager und laut Anbieter ein 24-Stunden-SLA mit Priority Support. Der Kategorie-Score für Support-Sprache liegt bei 56 von 100 Punkten.

Quellen

  1. blinq.me/security
  2. blinq.me/pricing
  3. blinq.me/enterprise
  4. blinq.me/legal/privacy-policy
  5. support.blinq.me/hc/en-us/sections/4407542943641-Integrations
  6. blinq.me/blog/blinq-has-achieved-soc-2-type-ii-certification
  7. trust.blinq.me/subprocessors
  8. www.crunchbase.com/organization/blinq-5737
  9. techstartups.com/2025/05/06/australian-tech-startup-blinq-raises-25m-to-make-paper-business-cards-obsolete
  10. www.g2.com/products/blinq-me/reviews
  11. www.capterra.com/p/236861/Blinq/reviews
  12. www.trustpilot.com/review/blinq.me
  13. www.digitalbusinesscard.com/blog/blinq-pricing

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