Spreadly
Kundendaten laut Anbieter auf Hetzner in DE, Auslieferung über EU-Infrastruktur (u. a. Bunny CDN), ISO 27001:2022, vollständige Enterprise-Provisionierung (SSO/SCIM/HRIS) – zweitstärkster DSGVO-Score im Test (92), aber ein junges Unternehmen ohne unabhängig verifizierte Nutzerbewertungen.
Spreadly wird von der Spreadly GmbH mit Sitz in Baierbrunn bei München betrieben und ist damit einer der ausgeprägtesten deutschen Wettbewerber im Vergleich. Das 2022 von Darius Göttert und Florian Theimer gegründete Unternehmen positioniert sich konsequent unter dem Versprechen „Made in Germany" und richtet sich an KMU und Konzerne im DACH-Raum, die eine zentral verwaltbare Lösung für digitale Visitenkarten, Lead-Erfassung und E-Mail-Signaturen mit deutschem Hosting suchen.
Im Test erreicht Spreadly einen Gesamtscore von 87 von 100 Punkten und liegt damit im Spitzenfeld. Getragen wird dieses Ergebnis vor allem vom zweitstärksten DSGVO-Score des Testfeldes (92, hinter oneVcard mit 94) sowie einem breiten Funktionsumfang (90).
Enterprise-Integration (84), Team- und Admin-Verwaltung (86) und Preis-Leistung (84) fallen ebenfalls überdurchschnittlich aus; einzig beim Support-Sprachprofil (82) und – außerhalb der Scores – bei der Marktreife zeigt sich, dass es sich um ein vergleichsweise junges Unternehmen handelt. Spreadly ist eine proprietäre SaaS-Lösung, kein Open-Source-Produkt.
Stärken
- Konsequenter DSGVO-Fokus mit Kundendatenhaltung bei Hetzner in Deutschland, ISO-27001:2022-Zertifizierung und bereitgestelltem AVV/DPA (weitere EU-Subprozessoren wie Bunny CDN im AVV) - starkes Argument für deutsche/EU-B2B-Käufer
- Vollständige Enterprise-Provisionierung: SSO (SAML 2.0), SCIM, Bulk-Import via CSV/Azure AD/Google Workspace und HRIS-Anbindung (Personio, BambooHR) für automatisches On-/Offboarding
- Breites Feature-Set inklusive NFC, QR, Apple & Google Wallet, E-Mail-Signatur-Management, KI-Visitenkartenscanner, Lead-Capture mit CRM-Sync (Salesforce, HubSpot, Pipedrive, Dynamics) und REST-API
- Großzügiger kostenloser Plan (unbegrenzte Kontaktdaten, Wallet, NFC, QR) und transparente, günstige EUR-Preise mit Team-Admin-Konsole und Analytics
- Deutschsprachiger Support inklusive Telefonhotline (+49 89) und Kauf auf Rechnung - passend für den deutschen Mittelstand
Schwächen
- Kaum unabhängig verifizierte Bewertungen: Capterra-Profil mit 0 Reviews, G2-/Trustpilot-Werte nicht belegt; die beworbenen 4,8/5 sind selbst ausgewiesen und nicht plattformgeprüft
- Kein klassisches MDM (Intune/Jamf) für Geräte-Rollout dokumentiert - Provisionierung erfolgt über Identity/HR-Systeme (Azure AD, Google Workspace, SCIM), nicht über Device-Management
- SLA nur im Enterprise-Plan (Preis auf Anfrage); zentrale Enterprise-Funktionen wie White-Label sind auf große Organisationen ab ca. 1.000 Mitarbeitenden zugeschnitten
- Keine SOC-2-Zertifizierung ausgewiesen (nur ISO 27001), was bei international/US-orientierten Beschaffungsprozessen fehlen kann
- Nicht Open Source (proprietäre SaaS) - kein Self-Hosting/Quelloffenheit für Organisationen mit entsprechenden Anforderungen
Datenschutz & Serverstandort
Der DSGVO-Score von 92 Punkten gehört zu den höchsten im Vergleich (Platz 2 hinter oneVcard mit 94) und lässt sich nachvollziehbar begründen. Spreadly speichert Kundendaten laut Anbieter in Deutschland bei Hetzner; die Daten sollen die EU nicht verlassen.
Zugleich bewirbt die Website Hosting bei „europäischen Providern“, und der AVV listet weitere Subprozessoren – darunter Bunnyway (CDN/Infrastruktur). Das Unternehmen ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert und stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) bereit.
Die Verschlüsselung erfolgt per TLS 1.3 im Transport und AES-256 im Ruhezustand; hinzu kommen tägliche Backups, rollenbasierte Zugriffskontrolle (RBAC), Audit-Logs, regelmäßige Penetrationstests und eine dokumentierte 72-Stunden-Meldefrist. Damit bringt Spreadly genau die Nachweise mit, die deutsche und EU-Beschaffungsprozesse üblicherweise verlangen.
Einschränkend ist anzumerken: Eine SOC-2-Zertifizierung ist nicht ausgewiesen. Für rein deutsche/europäische Vergaben ist das in der Regel unerheblich; bei international oder US-orientierten Prozessen kann SOC 2 jedoch verlangt werden.
Der Testsieger oneVcard verfügt über kein eigenes ISO-27001-Zertifikat – in diesem Punkt liegt Spreadly beim formalen Nachweis vorn.
Enterprise-Eignung & Integration
Für den B2B-Rollout deckt Spreadly die zentralen Anforderungen ab. Verfügbar sind Single Sign-On über SAML 2.0 und OAuth 2.0, SCIM für automatisiertes Provisioning sowie Bulk-Import per CSV, Azure AD und Google Workspace.
HRIS-Anbindungen an Personio und BambooHR ermöglichen automatisches On- und Offboarding direkt aus dem Personalsystem. Über eine REST-API und CRM-Integrationen zu Salesforce, HubSpot, Pipedrive, Microsoft Dynamics und Zapier lassen sich erfasste Leads in bestehende Vertriebsprozesse überführen.
Hinzu kommen eine zentrale Admin-Konsole, E-Mail-Signatur-Management, NFC, QR-Code, Apple und Google Wallet sowie Custom Branding. Diese Ausstattung trägt die Scores für Enterprise-Integration (84) und Team-/Admin-Verwaltung (86).
Zwei Punkte sind bei der Bewertung aus deutscher B2B-Sicht zu beachten: Erstens ist kein klassisches Geräte-MDM (Intune, Jamf) dokumentiert – die Verteilung läuft über Identity- und HR-Systeme, nicht über Device-Management. Zweitens sind zentrale Enterprise-Funktionen wie White-Label und ein SLA dem individuellen Enterprise-Plan vorbehalten, der auf Organisationen ab etwa 1.000 Mitarbeitenden zugeschnitten ist.
Große, namentlich nachgewiesene Referenzkunden liegen bislang nicht vor, was bei einem 2022 gegründeten Anbieter die Bewertung der Marktreife erschwert.
Preise & Tarife
Preise führen wir auf digitale-visitenkarten.de bewusst nicht auf: Sie ändern sich häufig und sind nicht für alle Anbieter transparent und vollständig verfügbar. Die aktuellen Konditionen von Spreadly erfragen Sie am besten direkt über die Website des Anbieters.
Fazit: Spreadly
Häufige Fragen zu Spreadly
Wo werden die Daten von Spreadly gehostet und ist der Dienst DSGVO-konform?
Laut Sicherheitsseite speichert Spreadly Kundendaten in Deutschland bei Hetzner; die Daten sollen die EU nicht verlassen. Die Website spricht zugleich von Hosting bei „europäischen Providern“, und im AVV sind weitere Subprozessoren ausgewiesen (u. a. Bunny CDN/Infrastruktur).
Das Unternehmen ist nach ISO 27001:2022 zertifiziert und stellt einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) bereit. Verschlüsselt wird per TLS 1.3 im Transport und AES-256 im Ruhezustand, ergänzt um tägliche Backups, RBAC, Audit-Logs, regelmäßige Penetrationstests und eine 72-Stunden-Meldefrist.
Im Test erreicht Spreadly damit einen der höchsten DSGVO-Scores (92 von 100, Platz 2 hinter oneVcard). Eine SOC-2-Zertifizierung ist nicht ausgewiesen.
Welche Enterprise- und Provisionierungsfunktionen bietet Spreadly?
Spreadly unterstützt Single Sign-On über SAML 2.0 und OAuth 2.0, SCIM sowie Bulk-Provisioning per CSV, Azure AD und Google Workspace. HRIS-Integrationen zu Personio und BambooHR ermöglichen automatisches On- und Offboarding.
Hinzu kommen eine REST-API, CRM-Anbindungen (Salesforce, HubSpot, Pipedrive, Microsoft Dynamics, Zapier) und eine zentrale Admin-Konsole. Ein klassisches Geräte-MDM (Intune, Jamf) ist nicht dokumentiert; SLA und White-Label sind dem Enterprise-Plan vorbehalten, der auf Organisationen ab etwa 1.000 Mitarbeitenden zugeschnitten ist.
Was kostet Spreadly?
Es gibt einen dauerhaft kostenlosen Plan mit unbegrenzten Kontaktdaten, QR, NFC, Apple und Google Wallet sowie vCard. Der Professional-Plan ist günstig und sinkt bei dreijähriger Bindung weiter. Ein 7-Tage-Trial ist verfügbar.
Der Enterprise-Plan wird individuell kalkuliert, inklusive SSO, SLA und White-Label; Kauf auf Rechnung ist möglich. Eine bei Capterra genannte, niedrigere Angabe ist auf der offiziellen Preisseite nicht bestätigt.
Wie verlässlich sind die Nutzerbewertungen von Spreadly?
Unabhängig verifizierte Bewertungen liegen bislang kaum vor. Das Capterra-Profil weist 0 Bewertungen auf, und konkrete Werte bei G2 und Trustpilot ließen sich nicht belegen. Die auf der Website beworbene Wertung von 4,8/5 ist eine Eigenangabe des Anbieters, keine plattformgeprüfte Bewertung.
Als 2022 gegründetes Unternehmen verfügt Spreadly zudem noch über keine namentlich nachgewiesenen großen Referenzkunden – ein Punkt, den datenschutzorientierte Käufer im DACH-Raum gegen die starken technischen Argumente abwägen sollten.
Quellen
- spreadly.app/en/prices
- spreadly.app/en/for-companies
- spreadly.app/en/security
- spreadly.app/en/legal/legal-notice
- spreadly.app/en/digital-business-card
- spreadly.app/en/company
- www.munich-startup.de/en/startups/spreadly
- www.startbase.com/organization/spreadly
- www.starting-up.de/news/news-investments/spreadly-digitales-visitenkarten-start-up-uebernimmt-bumpee.html
- www.capterra.com/p/276690/Spreadly
- www.g2.com/products/spreadly/reviews
- www.trustpilot.com/review/spreadly.app
- apps.apple.com/de/app/spreadly-digitale-visitenkarte/id6448201235
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