B2B-Ratgeber & Vergleich

Kostenlose digitale Visitenkarte: Free-Tier-Anbieter im Vergleich

Eine kostenlose digitale Visitenkarte ist ein dauerhaft gratis nutzbares, elektronisches Kontaktprofil, das per QR-Code, Wallet-Pass oder Link geteilt wird und ohne App oder Registrierung auf Empfängerseite auskommt. Der Gratis-Tarif (Free-Tier) umfasst in der Regel eine bis wenige Karten, die Kernkanäle QR-Code und Apple/Google Wallet sowie einen jederzeit zentral aktualisierbaren Profil-Link – ohne hinterlegtes Zahlungsmittel. Für Selbstständige und kleine Teams ist er der übliche Einstieg, bevor kostenpflichtige Team-Tarife mit Verwaltung, Branding und CRM-Anbindung nötig werden.

Zu unterscheiden sind zwei Modelle: ein dauerhaft kostenloser Tarif (Free-Tier, ohne Zeitlimit) und eine befristete Testphase (Trial), die nach wenigen Tagen ausläuft. Diese Seite vergleicht ausschließlich Anbieter mit echtem, dauerhaft kostenlosem Tarif. Anbieter ohne Free-Tier – etwa V1CE, das nur kostenpflichtige Pläne führt – bleiben hier außen vor.

In der Free-Tier-Kategorie führen nach unserem Gesamtscore oneVcard, Blinq und HiHello. Die drei unterscheiden sich weniger im Gratis-Funktionsumfang als in Datenschutz-Posture und Anschlusskosten – Kriterien, die für den späteren Umstieg auf einen bezahlten Team-Tarif entscheidend sind.

Empfohlene Anbieter für diesen Anwendungsfall

Sortiert nach Gesamtbewertung; die kategorierelevante Teilwertung ist je Anbieter zusätzlich ausgewiesen.

1

oneVcard

92 /100

Gesamtsieger im Vergleich: eigenes ISO-27001-zertifiziertes Rechenzentrum in Nürnberg, Hosting und Entwicklung ausschließlich in Deutschland, volles Enterprise-Paket mit SSO, Nutzer-Provisionierung, MDM und dediziertem Signatur-Management – zum günstigsten Einstiegspreis im Testfeld.

  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 90/100

2

Spreadly

87 /100

Kundendaten laut Anbieter auf Hetzner in DE, Auslieferung über EU-Infrastruktur (u. a. Bunny CDN), ISO 27001:2022, vollständige Enterprise-Provisionierung (SSO/SCIM/HRIS) – zweitstärkster DSGVO-Score im Test (92), aber ein junges Unternehmen ohne unabhängig verifizierte Nutzerbewertungen.

  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 84/100

3

Lemontaps

85 /100

Deutscher Enterprise-Wettbewerber aus Stuttgart mit eigener ISO-27001-Zertifizierung (TÜV SÜD) und Hosting auf AWS Frankfurt.

4.7 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 74/100

4

Blinq

75 /100

Australischer Marktführer mit Top-Bewertungen und starker Enterprise-Technik, aber ohne garantiertes EU-Hosting.

4.8 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 80/100

5

HiHello

75 /100

US-Anbieter mit tiefem Enterprise-Feature-Set und Top-Bewertungen, aber reinem US-Hosting.

4.7 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 82/100

6

wazzl

75 /100

Datenschutzstarke digitale Visitenkarte aus Bayern: eigenes DE-Hosting nach ISO 27001, SAML-SSO und API bei begrenzter Preistransparenz.

  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 64/100

7

beCard

73 /100

Österreichischer KMU-Allrounder mit München-Hosting, echtem Team-Angebot und günstigem Einstieg

4.0 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 78/100

8

Popl

73 /100

US-Anbieter mit starker Integrations- und Enterprise-Tiefe, aber Datenhaltung in den USA/Kanada und USD-Preisen.

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 68/100

9

baningo cards

72 /100

Datenschutzstarke Team-Loesung aus Oesterreich mit Hosting in deutschen ISO-27001-Rechenzentren

4.4 ⌀ extern
  • Serverstandort DE

Preis-Leistung: 84/100

10
72 /100

US-Enterprise-Plattform (ehem. Beaconstac) mit SOC 2, ISO 27001 und SCIM - aber ohne EU-Hosting

4.5 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 68/100

11

Mobilo

66 /100

US-Anbieter mit starkem Sales-Fokus und EU-Hosting-Option, aber duenner DSGVO- und Bewertungslage

2.3 ⌀ extern
  • EU-Hosting möglich

Preis-Leistung: 70/100

12

Linq

59 /100

US-Anbieter mit starken Nutzerbewertungen, aber ohne EU-Hosting und mit unklarer Produktzukunft

4.9 ⌀ extern
  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 52/100

13
51 /100

Deutscher NFC-Kartenanbieter mit gratis Cloud-Profil – Hardware stark, Enterprise-Reife schwach

  • Hosting außerh. EU

Preis-Leistung: 66/100

Was der Gratis-Tarif abdeckt – und wo er endet

Ein kostenloser Tarif deckt bei allen seriösen Anbietern denselben Kern ab: das Anlegen mindestens einer digitalen Visitenkarte, das Teilen per QR-Code und Profil-Link sowie meist die Speicherung als Apple- oder Google-Wallet-Pass. Der Wallet-Pass ist ohne separate App und ohne Internetverbindung abrufbar und aktualisiert die Daten, sobald wieder eine Verbindung besteht. Empfänger benötigen weder App noch Registrierung – sie scannen den QR-Code mit der Kamera und übernehmen die Kontaktdaten mit einem Klick als vCard (.vcf) ins Adressbuch.

Die Grenzen des Gratis-Tarifs verlaufen typischerweise an vier Stellen: der Zahl der Karten pro Konto, dem Zugang zu Analytics/Aufrufstatistiken, dem Entfernen des Anbieter-Brandings und der Anzahl monatlicher Kontakt-Scans. Physische NFC-Karten sind praktisch immer separate Einmalkosten und nicht Teil eines Gratis-Tarifs. Für Einzelpersonen reicht der Free-Tier meist vollständig; sobald ein Team einheitliches Corporate Design, zentrale Verwaltung oder Lead-Übergabe ins CRM braucht, ist ein bezahlter Tarif erforderlich.

Free-Tiers der Top-Anbieter im Detail

oneVcard Lite ist dauerhaft kostenlos, umfasst eine digitale Visitenkarte und erfordert kein hinterlegtes Zahlungsmittel. QR-Code und Wallet-Integration sind enthalten; der günstige Premium-Tarif (bis zu fünf Karten, Designer, Analytics) baut nahtlos darauf auf. oneVcard hostet ausschließlich in Deutschland (Frankfurt, redundant Nürnberg) und stellt einen AVV nach Art. 28 DSGVO bereit – der stärkste Datenschutz-Ausgangspunkt der drei, auch im Gratis-Einstieg.

Blinq Free bietet zwei digitale Visitenkarten, unbegrenztes Teilen (QR, Wallet, E-Mail, SMS) und eine E-Mail-Signatur bereits im kostenlosen Tarif – der breiteste Gratis-Funktionsumfang im Vergleich. Der Premium-Tarif ist kostenpflichtig (jährliche Zahlung). Blinq erzielt mit G2 4,8/5 (über 8.800 Bewertungen) die höchste externe Nutzerzufriedenheit, hostet aber auf Google Cloud ohne dedizierte EU- oder Deutschland-Datenresidenz; ein AVV ist nicht öffentlich einsehbar.

HiHello Personal ist kostenlos, erlaubt bis zu vier digitale Visitenkarten, enthält einen E-Mail-Signatur-Generator und begrenzt Kontakt-Scans auf fünf pro Monat. Der Professional-Tarif ist kostenpflichtig (jährliche Zahlung). HiHello ist SOC-2-Type-II-zertifiziert, hostet die Daten jedoch ausschließlich in den USA (Google Cloud, Iowa) – ohne EU-/DE-Option und ohne deutschsprachigen Support.

Warum Datenschutz auch beim Gratis-Einstieg zählt

Auch ein kostenloser Tarif verarbeitet personenbezogene Kontaktdaten – die des Karteninhabers und, bei Lead-Erfassung, die von Dritten. Der Anbieter ist damit Auftragsverarbeiter im Sinne der DSGVO. Erforderlich sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, eine transparente Datenschutzerklärung und Prozesse für Betroffenenrechte. Der AVV regelt verbindlich, wie der Anbieter die Daten im Auftrag verarbeitet, welche Subunternehmer eingebunden sind und welche technischen und organisatorischen Maßnahmen greifen.

Entscheidend ist der Serverstandort: Ein Hosting in Deutschland oder der EU vermeidet die zusätzlichen Anforderungen eines Drittlandtransfers (etwa in die USA), der eigene Garantien wie Standardvertragsklauseln erfordern würde. Hier trennt sich das Feld: oneVcard hostet ausschließlich in Deutschland mit AVV; Blinq und HiHello nutzen US-Cloud-Infrastruktur (Google Cloud) und sind zwar SOC-2-Type-II-zertifiziert, bieten aber keine garantierte EU-Datenresidenz. Für DSGVO-sensible Organisationen ist das der ausschlaggebende Unterschied – unabhängig davon, dass der Einstieg bei allen kostenlos ist. SOC 2 Type II ist dabei ein US-Prüfstandard für Sicherheitskontrollen, ersetzt aber weder den AVV noch die Frage des Serverstandorts.

Vom Gratis-Tarif zum Team: worauf der Umstieg ankommt

Der Free-Tier ist bewusst als Türöffner konzipiert. Wer absehbar mehrere Mitarbeitende ausstatten will, sollte den Anbieter bereits beim Gratis-Einstieg an den späteren Anforderungen messen. Relevant werden dann: eine zentrale Admin-Konsole mit einheitlichen Vorlagen und Pflichtfeldern, Massenanlage von Nutzern (Bulk-Provisioning), zentrales Branding sowie – ab mittlerer Größe – Single Sign-On und automatisiertes Provisioning.

Single Sign-On (SSO) erlaubt die Anmeldung mit bestehenden Unternehmenszugangsdaten über Standards wie SAML 2.0 oder OpenID Connect (OIDC). SCIM (System for Cross-domain Identity Management) automatisiert danach den Konten-Lebenszyklus: Neue Mitarbeitende erhalten automatisch eine Karte, ausscheidende werden automatisch deprovisioniert. Über MDM-Lösungen (Mobile Device Management) wie Microsoft Intune oder Jamf lassen sich Wallet-Karten zentral auf verwaltete Firmengeräte ausrollen. Beim Preissprung vom Gratis- in den Team-Tarif lohnt der Blick auf die Währung: oneVcard rechnet in Euro, Blinq und HiHello in US-Dollar. Der niedrigste Gratis-Einstieg garantiert nicht den günstigsten oder passendsten Team-Tarif – die Anschlusskosten und die Verwaltungstiefe entscheiden.

Häufige Fragen

Gibt es wirklich dauerhaft kostenlose digitale Visitenkarten oder nur befristete Tests?

Beides existiert, und die Unterscheidung ist wichtig. Ein dauerhaft kostenloser Tarif (Free-Tier) läuft nicht ab und erfordert kein hinterlegtes Zahlungsmittel – Beispiele sind oneVcard Lite (1 Karte), Blinq Free (2 Karten) und HiHello Personal (bis 4 Karten).

Eine befristete Testphase (Trial) dagegen endet nach wenigen Tagen und verlangt danach ein Upgrade. Dieser Vergleich berücksichtigt nur Anbieter mit echtem, dauerhaft kostenlosem Tarif.

Braucht der Empfänger eine App, um eine kostenlose digitale Visitenkarte zu erhalten?

Nein. Beim gängigen online-basierten Ansatz benötigt der Empfänger weder App noch Registrierung. Beim Scannen des QR-Codes oder Antippen einer NFC-Karte öffnet das Smartphone das Profil im Browser; die Kontaktdaten lassen sich von dort mit einem Klick als vCard ins Adressbuch übernehmen. Für QR-Codes genügt jede Smartphone-Kamera, für NFC muss das Empfängergerät NFC-fähig und die Funktion aktiviert sein.

Was ist im kostenlosen Tarif meist nicht enthalten?

Typischerweise begrenzt der Gratis-Tarif die Zahl der Karten pro Konto und schränkt Analytics/Aufrufstatistiken, das Entfernen des Anbieter-Brandings und die Zahl monatlicher Kontakt-Scans ein (HiHello etwa auf fünf Scans pro Monat). Physische NFC-Karten sind praktisch immer separate Einmalkosten.

Team- und Enterprise-Funktionen wie zentrale Admin-Konsole, SSO, SCIM und CRM-Integrationen sind kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten.

Ist eine kostenlose digitale Visitenkarte DSGVO-konform?

Sie kann DSGVO-konform betrieben werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind – auch im Gratis-Tarif. Da der Anbieter personenbezogene Kontaktdaten im Auftrag verarbeitet, ist er Auftragsverarbeiter; erforderlich sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, eine transparente Datenschutzerklärung und Prozesse für Betroffenenrechte.

Zur Risikominimierung sind ein Hosting in Deutschland oder der EU und der Verzicht auf Drittlandtransfers empfehlenswert. Von den Top-Anbietern erfüllt oneVcard diese Kriterien mit reinem Deutschland-Hosting und AVV; Blinq und HiHello hosten auf US-Cloud-Infrastruktur ohne dedizierte EU-Datenresidenz.

Welcher kostenlose Anbieter bietet die meisten Karten und Funktionen?

Im reinen Gratis-Funktionsumfang liegt Blinq Free mit zwei Karten, unbegrenztem Teilen und E-Mail-Signatur vorn, gefolgt von HiHello Personal mit bis zu vier Karten und Signatur-Generator. oneVcard Lite ist auf eine Karte begrenzt, punktet dafür beim Datenschutz (reines DE-Hosting, AVV) und dem günstigen Euro-Upgrade auf Premium mit bis zu fünf Karten. Welcher Free-Tier passt, hängt davon ab, ob maximaler Gratis-Umfang oder DSGVO-Posture und Anschlusskosten im Vordergrund stehen.

Lohnt sich der kostenlose Tarif als Einstieg für ein wachsendes Team?

Ja, sofern der Anbieter einen sinnvollen Upgrade-Pfad bietet. Der Free-Tier eignet sich zum Testen von Handling und Empfängererlebnis mit einzelnen Nutzern.

Bei absehbarem Team-Rollout sollte der Anbieter aber schon beim Einstieg an den späteren Anforderungen gemessen werden: zentrale Admin-Konsole, Bulk-Provisioning, einheitliches Branding sowie SSO/SCIM ab mittlerer Größe. Zu beachten ist die Währung des Team-Tarifs – oneVcard rechnet in Euro, Blinq und HiHello in US-Dollar –, da der Gratis-Einstieg nicht zwangsläufig den günstigsten Team-Tarif bedeutet.

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